Wir sind Heimat 2.0 | Nachgefragt: Architektur macht Gäste

Architekt Steffen Wurster © Steffen Wurster

Hotels sind längst nicht mehr reine Übernachtungsstätten und bloßes Sprungbrett zu Erlebnissen in der Umgebung. Immer öfter werden sie selbst zum Ziel. Dabei spielt gute Architektur eine zentrale Rolle: Die Gestaltung der Räume und innovative Konzepte verschmelzen zu einem einzigartigen Erlebnisangebot und sorgen so für einen Wettbewerbsvorteil, weiß Architekt Steffen Wurster.

Hotellerie und Gastronomie werben immer öfter mit guter, zeitgemäßer Architektur.
Wurster: In der Tat. Gute Architektur erfährt in der Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert. Dies wird auch seitens der Gastronomen erkannt und genutzt. Wenn bei vergleichbaren Hotels Service, Ausstattung und Preis stimmen, dann fällt die Entscheidung aufgrund der Gestaltung.

Was zeichnet gute Hotelarchitektur aus?
Wurster: Grundsätzlich sind es die gleichen Faktoren, die generell gute Architektur auszeichnen: Das bestmögliche Gleichgewicht zwischen Funktion und Gestaltung. Das Besondere beim Hotel ist, dass es in der Regel weit weg von daheim einen temporären Ersatz für das Zuhause des Gastes bildet und daher auch einer sorgfältigen Gestal¬tung bedarf. Gute und zeitgemäße Hotelarchitektur besteht nicht zwingend aus dem großen, spektakulären Entwurf. Vielmehr besteht sie aus dem Verständnis für den Ort und die Verbindung dessen mit den geforderten Funktionen.

Welche Trends zeichnen sich im Hotelbau ab?
Wurster: Alles bekommt mehr Licht. Die Fenster werden größer, Ausblicke werden genutzt, die Wellnessberei¬che werden nicht mehr im Keller versteckt, sondern krönen jetzt mit Panoramasaunen die obersten Geschosse.

Wird verstärkt Wert auf regionales, qualitativ hochwertiges Bauen gelegt?
Wurster: Ja, es wird zum einen verstärkt nach regionalen Materialien wie Sandstein geschaut, um die Baukörper harmonisch in die Umgebung einzufügen. Zum anderen werden aber auch vermehrt regionale Unternehmer einbezogen. Das ist ein sehr erfreulicher Trend, nichtsdestotrotz liegt es aber auch an unserer Profession hier weiter aufzuklären und die Vorteile aufzuzeigen.

Interview Steffen Wurster (PDF)

Interview: Lena Pröhl

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