Wir sind Heimat 2.0 | Vom Schwarzwald in die Pfalz

Porträt Rebecca Bremer, Michael Acker, Cornelia Bremer © Lena Pröhl

Donnersbergkreis

Ein gut gepflegter Weinkeller hat in der Familie Bremer Tradition. Als sich 2013 die Chance bot, mit einem eigenen Weingut die Leidenschaft für Wein zum Beruf zu machen, zögerten die drei Schwestern Rebecca, Anna und Leah nicht lange und erweckten das traditionsreiche Pfälzer Weingut Herr nach umfangreichen Renovierungs- und Ausbauarbeiten zu neuem Leben.

Viele Weingüter besitzen eine jahrzehnte-, gar jahrhundertelange Tradition. Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben. Wer würde da schon auf die Idee kommen, ohne fachliche Vorkenntnisse ein Weingut zu kaufen, umzukrempeln und zu bewirtschaften? Familie Bremer aus Calw im Schwarzwald. „Meine Mutter ist schuld an allem“, sagt Rebecca Bremer, die mittlere der drei Schwestern, schmunzelnd. „Beruflich waren wir ganz anders unterwegs. Da kamen unsere Eltern mit dem Weingut-Familienprojekt um die Ecke. Wir waren sofort begeistert, zumal wir vieles mitbrachten, was ein modernes Weingut braucht: Know-how in Betriebswirtschaft und Marketing sowie gastronomische Kreativität. Zudem konnten wir den bekannten Pfälzer Önologen Michael Acker für unser Vorhaben gewinnen.“

Ein Kleinod in der Pfalz
„Es war Liebe auf den ersten Blick, als uns der Makler das Anwesen zeigte. Der Ort hatte so viel Charme, Charakter und Geschichte“, erinnert sich Cornelia Bremer, die das Weingut 2013 mit ihrem Mann erwarb und aufwendig sanieren ließ. „Stets in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz“, so Bremer. Schmuckstück des Anwesens ist die von klein architekten geplante Vinothek: Der alte Getreidespeicher wurde entkernt, saniert und mit zeitgenössischen Elementen zur Weinbar umgestaltet. Großzügige Öffnungen geben den Blick auf den Hof frei. Die Wände wurden freigelegt, die Decke entfernt und eine Galerie eingebaut. Zum Einsatz kamen vor allem Materialien, die im Zusammenhang mit der Weinproduktion bzw. dem Weinbau stehen. „Wir wollten eine moderne, aber keineswegs kühle Atmosphäre, wie man sie derzeit so oft bei Vinotheken findet. Daher setzten wir im Inneren auf warme Farben – mit Erfolg. Die Vinothek wird super angenommen. Unsere Gäste lieben das moderne Ambiente in historischem Gewand“, betont Cornelia Bremer.

Wer wagt, gewinnt
„Viele haben uns anfangs für verrückt erklärt. Im Endeffekt wussten wir ja noch nicht einmal, wie der Wein in die Flasche kommt. Doch wir wurden für unseren Mut belohnt und konnten als junges Weingut bereits den renommierten deutschen Rotweinpreis gewinnen“, so das positive Fazit von Rebecca Bremer.

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Text: Lena Pröhl

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