Wir sind Heimat 2.0 | Über 200 Jahre altes Haus weckt Kindheitserinnerungen

© Torsten Zimmermann

Kaiserslautern Land

Innerhalb eines knappen Jahres haben Andreas Götzinger und Nicole Treptow ihr Haus in Sambach saniert. Damit haben die beiden bewiesen, dass es nicht immer Neubauten sein müssen, um attraktiven Wohnraum zu schaffen.

„Als Kind hatte ein Freund von mir einen Bauernhof, da habe ich viel Zeit verbracht“, erzählt Andreas Götzinger. Deswegen habe es ihm die zugehörige Scheune bei der Besichtigung seines jetzigen Zuhauses besonders angetan. Das Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert in der Katzweilerstraße in Sambach, einem Ortsteil von Otterbach, haben er und seine Lebensgefährtin Nicole Treptow im Dezember 2016 gekauft. Seit November 2017 leben die beiden hier.
In dem knappen Jahr zwischen Kauf und Einzug haben die beiden das Haus saniert. „Es war schnell klar, dass ein Haus im Neubaugebiet für uns nichts ist“, erklärt Götzinger, der selbst Bauingenieur ist. „Wir haben zudem ein großes Haus gebraucht, weil wir in Summe fünf Kinder haben.“ Dementsprechend schnell sei die Wahl auf das 200 Jahre alte Haus in der Katzweilerstraße gefallen: „Gut bewohnbar war es auf jeden Fall noch. Bloß die Leitungen, die Sanitäranlagen und die Elektrik waren auf einem etwas älteren Stand.“
Bei der Sanierung wurden dann das Dach, die Fenster sowie die kompletten Installationen runderneuert. Das Paar hat auch den Zuschnitt ein wenig verändert – unter anderem ist die Küche nun größer als zuvor und es wurde eine Terrasse zum kleinen Garten hin angebaut. Die Bäder sowie die Treppe im Haus wurden ebenfalls erneuert. Zudem haben die beiden die Anordnung der Fenster angepasst, dafür aber bereits vorhandene Öffnungen verwendet. “Wir haben uns bei der Sanierung sehr an der originalen Anordnung orientiert und es war uns wichtig, nicht viel zu verändern”, sagt Andreas Götzinger.
Baukulturell wertvoll ist das Haus unter anderem durch seine Sandsteinfassade. Der Naturstein ist typisch für die Region und wurde in der Vergangenheit sehr gerne als Fassadenmaterial von Schlössern, Kirchen aber auch Wohnhäusern verwendet. Andreas Götzinger und Nicole Treptow haben die Fassade bei der Sanierung freigelegt, sodass das Haus von außen wieder das unverwechselbare Erscheinungsbild eines Sandsteingebäudes hat.
Finanziell unterstützt wurde das Paar aus Mitteln des Dorferneuerungsprogramms des Landes, das unter anderem die Erhaltung ortsbildprägender und regional typischer Bausubstanz fördert. Zudem berichten die beiden von einer sehr engen und guten Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung. Und das Wichtigste: “Wir fühlen uns sehr wohl im Ort”, sagt Nicole Treptow. Gerade die Nähe zur Natur sei den beiden sehr wichtig.

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Text: David Kulessa

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