Wir sind Heimat 2.0 | Nachgefragt: Wein & Architektur

Innenarchitektin Monika Pawelke, HEIN & PAWELKE Architekten (Trier) © Thomas Hein

Rheinland-Pfalz ist weithin als Weinbauregion bekannt. Über 65 Prozent der in Deutschland hergestellten Weine kommen von hier. Landauf, landab gibt es zahlreiche Weingüter, die ihre ganz eigene Architektur und Geschichte besitzen. Neue Winzergenerationen setzen dabei nicht mehr länger alleine auf die Qualität ihrer Produkte, sondern verstärkt auch auf Marketing – angefangen beim Firmenlogo über Etiketten, Firmenausstattung und Internetauftritt bis hin zur Architektur des Weinguts und der Innenarchitektur der Gasträume. Denn die gesamte Corporate Identity trägt zum wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe bei, weiß Innenarchitektin Monika Pawelke, HEIN & PAWELKE Architekten (Trier).

Viele Weingüter gehen neue Wege – weg von verstaubten Weinprobier-stuben hin zu modernen Vinotheken.
Pawelke: Der Generationswechsel in den Weingütern bringt frischen Wind. Bestehende Strukturen werden hinterfragt und neu gedacht, was nicht immer ganz einfach ist. Die jungen Leute wollen Neues wagen, aber gleichzeitig die Tradition wahren. Doch gerade die Kombination aus Neu und Alt ist spannend. Jedes Weingut hat eigene Schwerpunkte, letztlich geht es aber immer um den Wein, um den Prozess, wie er vom Weinberg in die Flasche kommt. Natur und Handwerk spielen eine Rolle, ebenso Tradition, Identität, Erfahrung und der Mut, neue Wege zu gehen.

Welche Trends zeichnen sich ab?
Pawelke: Die Vinothek an sich ist ein Trend. Sie ist Plattform für den Kundenkontakt und die verstärkte Selbstvermarktung. Die Winzer sind bestrebt, einen individuellen Wein zu machen und dazu muss die Vinothek passen. Qualität statt Quantität ist ein großes Thema – sowohl beim Wein als auch bei der Architektur!

Wird verstärkt Wert auf regionales, nachhaltiges Bauen gelegt?
Pawelke: Unbedingt, es wird Wert gelegt auf einen verantwortungsvollen Umgang mit gebauten Ressourcen, die Verwendung lokal etablierter Werkstoffe und Techniken, kurze Lieferketten sowie verlässliche Partner und Handwerker vor Ort. Guter Bestand muss bewahrt werden. Notwendiges Neues sollte dem Alten in Langlebigkeit ebenbürtig sein.

Win & Architektur (PDF)

Autorin: Lena Pröhl

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