Wir sind Heimat 2.0 | Nachgefragt: Gemeinschaftliches Wohnen

Martin-Luther-King-Park Mainz_VIS-a-VIS © Fleddermann

Gemeinschaftliches Wohnen ist im Trend: Immer mehr Menschen in Rheinland-Pfalz können sich vorstellen, in einer kooperativen Nachbarschaft zu leben und den Alltag zu teilen. Sie reduzieren ihren privaten Wohnraum zugunsten gemeinschaftlich genutzter Flächen. Dabei entstehen Versammlungsräume, Gästezimmer und Werkräume. Damit nicht genug, auch Wohnen wird neu gedacht als partnerschaftliches Handeln. Oftmals werden auch Mobilitäts- und Nachhaltig-keitskonzepte entwickelt. Der Außenraum wird zum Ort der Begegnung. Jüngere Gemeinschaften denken an Selbstversorgung durch solidarische Landwirtschaft, ältere Gemeinschaften bevorzugen das gemeinsam errichtete Hochbeet.

Welche Rolle spielt gemeinschaftliches Wohnen in Rheinland-Pfalz?
Herger: Wohnprojekte sind eine gute Antwort auf den demografischen Wandel, weil sie Menschen zusammenbringen, Selbsthilfekräfte entfalten und nachhaltige Konzepte hervorbringen. In Gemeinschaftshäusern entsteht eine Wohnkultur des Teilens und sie sind Triebfeder für Entwicklung im Quartier.

Welchen Tipp können Sie Initiativen mit auf den Weg geben?
Herger: Wer sich auf den Weg in das Abenteuer Wohnen – so nenne ich das gerne – begibt, macht eine Reise zu sich selbst und in neue Fachthemen. Mein Tipp: Kontakte knüpfen, sich gut vernetzen und sich beraten lassen. Nicht nur Baugruppen kommen ans Ziel, auch Mieterinnen und Mieter können Lösungen für ein Mietprojekt finden.

Wie unterstützt die Landesberatungsstelle Initiativen?
Herger: Unsere Homepage bietet eine digitale Vernetzungsplattform, das „Wohnportal RLP“. Wir bieten Erfahrungsaustausch und Fachvorträge – künftig auch per Video-Seminar. Wir beraten Kommunen sowie die Wohnungswirtschaft und bieten Gruppen ein Teamcoaching an. Im ländlichen Raum greift der Förderwettbewerb WohnPunkt RLP.

Der jährliche Wohnprojektetag Rheinland-Pfalz ist Kontakt- und Fachbörse für Wohnprojekte, Initiativen, Fachberater, Architekten, Kommunen und alle Interessierten, die gemeinschaftlich wohnen oder Projekte auf den Weg bringen wollen. Die Landesberatungsstelle sowie die Wohnprojektetage werden gefördert vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz. Partner des Wohnprojektetages waren unter anderem das Ministerium der Finanzen RLP, die Architektenkammer und das Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz.
www.lzg-rlp.de/de/landesberatungs-stelle-neues-wohnen.html

Interview (PDF)

Text und Interview: Lerna Pröhl

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