Wir sind Heimat 2.0 | Nachgefragt: Förderung

Porträt Annette Diederich © Privat

Viele private Bauvorhaben scheitern schlicht am Geld. Um das zu verhindern, gibt es unter anderem das Dorferneurungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz, das eine nachhaltige und zukunftsbeständige Entwicklung des Dorfes unterstützt und das Dorf als eigenständigen Wohn-, Arbeits-, Sozial- und Kulturraum erhalten will. Annette Diederich von der Kreisverwaltung Kaiserslautern erklärt, wie Privatpersonen Unterstützung für ihre Projekte erhalten können.

Welche Förderprogramme für private Bauvorhaben gibt es?
A. Diederich: Es gibt eine Vielzahl an Förderprogrammen mit jeweils unterschiedlichen Förderschwerpunkten. In der Zuständigkeit der Kreisverwaltungen als Bewilligungsbehörde liegt die Dorferneuerung. Diese fördert nach der Verwaltungsvorschrift “VV-Dorf” des Innenministeriums kommunale und private Bauvorhaben im ländlichen Raum. Privatleute in kleinen Gemeinden können unter Beachtung gestalterischer und inhaltlicher Vorgaben bis zu 35% der förderfähigen Kosten und insgesamt bis zu 30.000€ Dorferneuerungsmittel bewilligt bekommen. Der Rahmen der Bewilligung richtet sich nach jährlich unterschiedlichen Förderkontingenten und der Qualität des Bauvorhabens.

Müssen Projekte bestimmte Anforderungen erfüllen, um gefördert zu werden?
A. Diederich: Bei Umbau oder Sanierung von privaten Bauvorhaben müssen zuerst grundsätzlich die Fördervoraussetzungen nach “VV-Dorf” eingehalten werden. Im Normalfall bedeutet das: Ein ortsbildprägendes Gebäude soll nach bestandsorientierten Gestaltungskonzepten umgebaut oder saniert werden und zwar am besten im Ortskern. Die Vorgaben zur Baugestaltung orientieren sich an der historischen, handwerklich geprägten Bautradition der Region. Die regionaltypischen Vorgaben zu Dach, Fassade, Außenanlagen und Einfriedungen können mit der Dorferneuerungsstelle abgestimmt werden. Kurz gesagt fördert die Dorferneuerung durch ihre Auflagen eine gewisse Bauqualität, die zur Attraktivierung der Dörfer und Baukultur beitragen soll.

An wen können sich die Menschen wenden, um Unterstützung zu erhalten?
A. Diederich: Interessierte können sich zur Beratung an an die jeweiligen Kreisverwaltungen wenden und auf deren Webseiten vieles nachlesen. Im Kreis Kaiserslautern-Land (www.kaiserslautern-kreis.de) bin ich für Sie da.

Interview (PDF)

Interview: David Kulessa

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