Gemeinsam bauen und wohnen

Nachbarschaftliche Wohnprojekte in Rheinland-Pfalz

Die Hürden bei der Planung gemeinschaftlicher Wohnprojekte und die unterschiedlichen Aspekte des Zusammenlebens stehen am Donnerstag, dem 10. Juli 2014, um 18.30 Uhr, im Mittelpunkt der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Gemeinschaftliches Wohnen und Nachbarschaften“ im Brückenturm Mainz. Außerdem stellen drei rheinland-pfälzische Initiativen sich und ihre Wohnprojekte vor.

Aufnahme einer Personengruppe vor einem gelben Baustellenfahrzeug auf einem für eine Baustelle vorbereiteten Gelände.

Die Mitglieder der „Wohnalternative im Martin Luther King-Park ‚Vis à Vis‘“, ein Verein für gemeinschaftliches Wohnen in der Altersgruppe 50+, auf dem Gelände, auf dem derzeit ihr Wohnprojekt errichtet wird. Ihre Erfahrungen im Planungs- und Bauprozess werden auf der Veranstaltung vorgestellt
Foto: Hans Perl

Die Begrüßung zur Veranstaltung im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz über-nimmt Dr. Carsten Kühl, Finanz- und Bauminister des Landes Rheinland-Pfalz. Die Diplom-Soziologin Pia Gerhardts von der Technischen Universität Kaisers-lautern gibt in ihrem Vortrag einen Überblick über die bisherigen Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Gemeinschaftliches Wohnen und Nachbarschaften“, das die TU Kaiserslautern, Lehrgebiet Stadtsoziologie, derzeit durchführt und das vom Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz über das Programm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ gefördert wird.

Anschließend stellen sich die beiden Initiativen „Wohnweise 21“ aus Nieder-Olm und „Polychrom“ aus Ingelheim vor, die sich jeweils um die Realisierung eines gemeinschaftlichen Wohnprojektes bemühen. Die „Wohnalternative im Martin Luther King-Park ‚Vis à Vis‘“, ein Verein für gemeinschaftliches Wohnen in der Altersgruppe 50+, dessen Mitglieder im Sommer 2014 in ihr Wohnprojekt ein-ziehen werden, berichtet von den Erfahrungen im Planungs- und Bauprozess. Nachfolgend gibt es die Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion mit den Beteiligten.

Abbildung der Rückseite eines neu gebauten Mehrfamilienhauses mit Balkonen aus der seitlichen Froschperspektive: Im Hintergrund.: Baume, Sträucher und blauer Himmel.

Das bezugsfertige Wohnprojekt der Initiative “Vis á Vis” in Mainz. Foto: Hans Perl

Im Fokus der Studie der TU Kaiserslautern steht die Frage, welche Hürden wäh-rend des Planungsprozesses gemeinschaftlicher Wohnprojekte zu nehmen sind. Neben dem Informationsgewinn zu rechtlichen, finanziellen, sozialen und organisatorischen Schwierigkeiten im Planungsprozess soll ein Beitrag geleistet werden, zukünftige gemeinschaftliche Wohnprojekte zielgerichtet zu unterstützen. Dazu sind bereits mehrere Initiativen für gemeinschaftliche Wohnprojekte in Rheinland-Pfalz befragt worden, die sich aktuell in der Planungsphase befinden sowie Initiativen, die ihre Planungen vor Fertigstellung des Wohnprojektes abgebrochen haben.

In einer zweiten Projektphase sollen bestehende gemeinschaftliche Wohnprojekte in Rheinland-Pfalz untersucht werden, um die jeweiligen Erfahrungen aus dem Planungsprozess sowie der Wohnphase zu berücksichtigen. Einen weiteren Schwerpunkt der Studie bilden die verschiedenen Aspekte des Zusammenlebens in gemeinschaftlichen Wohnprojekten. Geplant ist zudem ein Vergleich der sozialen Kontakte zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinschaftlicher Wohnprojekt mit nachbarschaftlichen Beziehungen in „gewöhnlichen“ Wohnsituationen. Vom Forschungsprojekt erhoffen sich die Beteiligten Erkennt-nisse über Besonderheiten der Beziehungen sowie Potenziale für Engagement in gemeinschaftlichen Wohnprojekten.

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